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Berlin,
Berlin!
Erlebnisbericht
vom größten FanFest der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland
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Die
Einlasskontrollen in München sind harmlos gegen diese hier,
werden wir viel später feststellen. Dieses Geschubse, Gedrängle,
Gegröhle kommt von allen Seiten, während du auf weniger als
0,5 m2 an andere Menschen, denen es genauso geht, weit dichter
gedrückt wirst, als du es dir jemals hättest vorstellen (oder
wünschen) können. Aber dort hinten verrückten wir als zeitlich
begrenzte Fußballfans etwas wofür sich der Aufwand lohnt:
Das FanFest Berlin. Das FanFest (oder die FanMeile) Berlin
erstreckt sich hinter dem Brandenburger Tor auf der Straße
des 17. Juni bis hin zur Siegessäule auf einer Länge von 2,5
km- die Fläche des Festes entspricht derer von 12 Fußballfeldern:
Insgesamt 77.500 qm. Bestückt ist die FanMeile mit 9 Videoleinwänden
mit mehr als 350qm - das ist weit mehr als die Wohnfläche
von zwei normalen Wohnhäusern! Ständig wird das Areal ausgedehnt,
um den immer größer werdenden Besucheransturm gerecht zu werden.
Für die letzten beiden Spiele wurden noch einmal 2 Videoleinwände
für 150.000 Menschen zusätzlich aufgestellt. Das FanFest kann
nun etwa 850.000 Menschen aufnehmen.
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Hat
man sich einmal, in Frauen und Männer getrennt, abtasten lassen,
ist durchsucht und prüfend angeschaut worden, muss man nur noch
sämtliche Glasflaschen abgeben und schon darf man sich ins Getümmel
stürzen. Allerdings kann man nicht allzu viel Luxus erwarten:
auch bei der gewaltigsten Großveranstaltung darf man für 50
Cent seine Notdurft nur in einem der 250 aufgestellten DIxie-
Klos verrichten (allerdings die saubersten, duftneutralsten
und klopapierreichsten die wir je benutzt haben!). Alkohol und
Schweißgeruch der (meist) männlichen Fans, die anscheinend schon
länger hier sind (Sonnenbrand und Alkoholfahne lassen darauf
schließen) umwehen uns, als wir uns durch die (damals noch)
700.000 Menschen drängen, unser letzter Abend in Berlin soll
gefeiert werden - es ist der 23. Juni, warm, am späteren Abend
und der letzte Tag der Gruppenspiele.
Noch sitzt eine unglaubliche "Multikulti"- Menschenmenge in
den farbenfrohen Trikots ihrer Nationen gutgelaunt, aber gespannt
vor den Video-Leinwänden, feiert schon ausgelassen das Weiterkommen
oder versucht, sich das Ausscheiden erträglicher zu machen.
Anhänger der Sieger trösten Fans der Verlierer, alle sind freundlich
und euphorisch - eine Fußball - WM will gefeiert werden. Dann,
nach Abpfiff eines mäßig spannenden Spiels (Togo gegen Frankreich),
verwandelt sich die Meile in die wahrscheinlich längste Party
der Welt- und der besten In Berlin. |
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Top-
DJ's legen jeden Abend auf, es wird getanzt, Polonaisen gebildet
und Leute aus aller Welt versuchen sich (mit mäßigem Erfolg)
auf Englisch zu unterhalten, was sich allein wegen dem Lärm,
dem Promillegehalt der Einzelnen und der Unruhe Inmitten der
feiernden, pulsierenden Menge als unmöglich erweist. Bei meist
wirklich guter Reggaemusik tanzen wir miteinander und haben
unglaublichen Spaß- nicht zuletzt, weil viele Mexikaner, Italiener,
Asiaten, Schweden und woher sie auch immer kommen mögen, unbedingt
Fotos und Filmmaterial von sich und deutschen Fans (Bevorzugt
Frauen natürlich) haben wollen. Schließlich lassen wir uns dazu
auch überreden. Ein belustigender Gedanke, dass man mittlerweile
auf Computern, Bildern und Leinwänden auf der ganzen Welt zu
sehen ist oder war. Schließlich ist unser letzter Abend zu Ende,
zumindest offiziell, und wir müssen uns schweren Herzens von
unseren neu gewonnenen Freunden, der FanMeile und Berlins Nachtleben
verabschieden.
Karin Stengeli |
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